Briefe an die Ahnungslosen

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B r i e f e   a n   d i e   A h n u n g s l o s e n
Ein progressives Kunstwerk von Meißner und BrindlArt
 
3 44. - 63. Brief  

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Hinweis

 
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26.  Brief an
Boris Meißner
02.Dez.07
15:50 Uhr
 

 

 

Guter Freund und Kollege im Geiste

Meine Tage dieser vergangenen Woche waren ein solches Quodlibet, in welchem sich hunderterlei Arten von künstlerischen Geschäftigkeiten mit hunderterlei Arten von Alltäglichkeiten kreuzten. Freilich war unsere Zusammenkunft samstags die herausragendste, die ich mit solch Überschwänglichkeit lange verlangt und mit besonderer Freude genossen habe.

Sie werden sich wohl gewiss in Ihrer Wohnung besser als im Schlosse gefallen.

Diese besondere Mischung von Anschauen und Abstraktion, die in Ihrer Natur ist, zeigt sich in vollkommenen Gleichgewicht, und alle übrigen poetischen Tugenden und optischen Eindrücken treten in schönster Ordnung zusammen.
In Vorbereitung unserer ersten gemeinsamen akustischen Arbeit sprechen Sie von geplanter Zurückhaltung wegen Unvermögens sich sprachlich auszudrücken. Ich möchte mir erlauben, Ihnen in diesem Punkte zu widersprechen. Ihre Ausdrucksweise und Ihre Art die Dinge zu beschreiben ist eine vortreffliche und aus meiner Sichtweise beurteilt, eine wohl sehr geeignete für die ätherische Verbreitungsweise.

Zudem möchte ich Ihnen mitteilen, dass die von Ihnen, mir vorgestellten akustischen Fragmente zum Einsatz für die geplante Toncollage eine vortrefflichen Wahl sind.

 

Wir wollen jetzt aufnehmen!

 

Hierbei kommt es für mich wieder deutlich zum Vorschein, so wie ich es Ihnen schon in meinem 11. Brief an Sie zu beschreiben versuchte, unser beiden Empfinden und Denken koinzidieren.

Lieber Freund, Sie quälen sich mit derlei Gedanken, mich während meines Besuches nicht mit ausreichend bürgerlicher Gastfreundschaft bewirtet zu haben. Die geistige Genüsslichkeit unserer Zusammenkunft jedoch hat mich letztlich so in Bann gezogen und überwältigt, sodass ich keinerlei Gedanken an kulinarisches hab verschwenden wollen. Sie kredenzten mir Kaffee und ich muss feststellen, dass ich für meinen Teil dabei gut weggekommen bin. Zudem mag ich mich erinnern, dass Sie mir durchaus ein Angebot unterbreitet haben, welches ich dankend ablehnte. Ihre Überlegung hinsichtlich Ihrer Bewirtung ist für mich auch in weiterer Hinsicht beschämend, da Sie mir zum Abschied doch ein wunderbares Geschenk überreichten, welches ich in besonderer Ehre halten werde. 89

Zum Abschluss heute möchte ich mir freundlich erlauben, Ihnen in Erinnerung zu rufen, sich mit dem Thema „Leitfaden“, ggf. Algorithmen zum Lesen der Briefe an die Ahnungslosen zu beschäftigen. Mit Spannung erwarte ich Ihre Ausführungen.

Senden Sie mir bei Gelegenheit Grüße an die freundliche Frau Broucha, die Ihr Domizil wohl in vorbildlicher Weise reinlich hält. Ein ästhetischer Genuss.

Ihr ergebener BrindlArt


 
 
ART ATTACKS
 

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von
Prof. Dr. Paul Theodor Brink

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von BrindlArt
 

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18. Brief an
BrindlArt
(postalisch)
12.Dez.07
bei Kunstaktion übergeben
 
 
 
  Werke der Heilkunst im Laufe der Jahrhunderte

 

Rückfrage

Beschreiben Sie eine ideale Regierung. Zeichnen Sie die Nachrichten. Geben Sie Ihrem früheren ICH einen Rat. Machen Sie ein Blitzlichtfoto unter Ihrem Bett. Nehmen Sie so einen Auftrag an, veröffentlichen wir Ihre Resultate auf unserer Seite und in Ausstellungen.

Warum machen Sie das?

In einer Welt, die immer virtueller wird. wollen wir herausfinden und zeigen, wie wirkliche Menschen denken, handeln und lieben.

 

Hörspiel (Ursendung)
Lilith im Tiefkühlfach
Ein HörTheaterStück
von Tita Gaehme

Lilith, nicht Eva, war Adams erste Frau. Weil sie nicht immer unter ihm liegen wollte, verließ sie ihn, weckt seitdem die Lust einsamer Männer, raubt deren Samen und zeugt Dämonen.
In der Bibel wird die Erschaffung der Frau wiederholt: Eva, aus Adams Rippe geboren - Adams Klon? Adams Frau? Adams Tochter? Ein einziges blutschänderisches Menschengeschlecht?
Jedenfalls soll dem Werk der Frau ein Ende gesetzt werden: der Brunst, der Zeugung und dem Tod. Bei der Gen-Wissenschaft findet diese Hoffnung heute erlösende Resonanz. Endlich gibt es die jungfräuliche Mutter für alle. Und es sind nicht mehr die Freuden der Liebe, denen wir unser Dasein zu danken haben.

 

101 DAYS OF ART, CULTURE AND LIFE AT LOLITA BAR, A. R. M. AND GALERIE LOYAL FOR! FOR MORE INFORMATION ON OUR ART EVENTS GET OUR MAGAZINE "DIE STURMBRAUT" OR VISIT OUR WEBSITE!

   
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27.  Brief an
Boris Meißner
21.Dez.07
08:00 Uhr
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lieber Freund und Meißner

es tut mir außerordentlich Leid, aber ich war in den letzten Tagen und Wochen so in Gedanken und Arbeit und mein Geist war derart in Sachen "Kunst" verfallen, sodass ich keine Zeit fand mich in einen Zustand der Ruhe und Muße zu begeben um Ihnen, mein Wertester, eine Meldung zukommen zu lassen. Die Vorbereitung der Radiosendung "Briefe an die Ahnungslosen" und die Aufnahme derselbigen, letzten Montag, haben mir sehr viel Freude bereitet. Zudem konnte ich Sie, geschätzter Kollege, wenn auch nur kurz, von Angesicht zu Angesicht und im Geiste genießen.

Morgen, Samstag, werde ich eine weitere Kunstaktion, die schon lange in meinem Geiste wandelt, endlich realisieren. Ich werde das Foto, das der sozialdokumentarische Fotograf Walter Ballhause (1911 - 1991) in den 30er Jahren von einem Arbeitssuchenden (1930 - 33) aufgenommen hat, auf der Königsallee in Düsseldorf nachstellen.
Gesellschaftliche und politische Probleme und die möglichen künstlerischen Antworten, haben mich, Sie wissen es, schon immer in den Bann gezogen. Von Zeit zu Zeit muss die Kunst aus ihrer Normierung befreit und in ein gesellschaftliches, lebensnahes und Zeit bezogenes Problembewusstsein überführt werden. Ich meine, dass die Kultur insgesamt die Aufgabe hat, den Menschen über die Bewältigung des Alltags hinaus mit Lebenssinn und Inhalten zu bereichern.

 
 

  Der Hase ist selbstverständlich als Träger bedeutender Symbolik dabei.

Lasse Sie mich auch in Ihrem Geiste präsent sein

Ihr Konformist des Andersseins

BrindlArt

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Hinweis: Am 12. 12. 07 haben Boris Meißner und BrindlArt im Radiostudio "Kraftstation", in  Remscheid, eine Sendung zu den "Briefen an die Ahnungslosen" aufgenommen. Die Sendung ist eine Produktion der regioArte. Der Redakteur im Studio war unser Kollege Jörg Pauli. An der Technik Christian Beltz.
Die Sendung "Kulturcafe" wird immer am 1. Donnerstag im Monat um 21:00 Uhr gesendet. Mehr dazu im Internet unter www.regioarte.de

Kulturcafe "Briefe an die Ahnungslosen" am 3. Januar, 21:00 Uhr
Radio rsg
Frequenz für Remscheid: MHz 107,9 und für Solingen: MHz 94,3

 
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von Boris Meißner

 
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28.  Brief an
Boris Meißner
21.Dez.07
21:44 Uhr
 

lusus latrunculorum;  incitas redactus;  plane fatigatus, confectus;

Lieber Freund und Mitspieler,

ich bin etwas irritiert, Frau D. hat das Schachspiel nicht verstanden. Es ist doch nur ein Spiel. Und doch ein Spiel der Könige. Die Dinge des Universums sind nicht so leicht zu trennen, das Helle nicht vom Dunklen, das Wahre nicht vom Falschen. Der Schatten entsteht doch nur durch Licht. Führt mich zu ihm, führt mich heran, ach, lieber Herr, in dieser Welt liegen selbst die einfachsten Dinge nicht so einfach. Ich denke, also bin ich! Ich denke nicht so, wie es andre Menschen tun. Wärst du an meiner Stelle, du würdest anders denken! Diese einfachen Kategorien sind mir so fremd, diese unscharfe Logik, simplifiziert. Ich find euch noch, wie ich euch sah; ein anderer bin  i c h  wieder da.

Hier unten wird mir Licht und Luft genommen,
Find ich wohl bei Euch ein Unterkommen?
 

 

So hoffe ich lieber Freund, Sie werden mich im Spiele verstehen!

BrindlArt

Un homme est toujours la proie de ses vérités.
 

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19. Brief an
BrindlArt
23.Dez.07
22:00 Uhr
 

Nimmermüder Freund,

ein guter Mensch, ja, ja, wer wär’s nicht gern…

Begriffen Eurasien im Südosten zu besuchen und heftig beschäftigt haushaltstechnische Dinge zu regeln (Frau BRUCHA wird es danken) und Reiseutensilien für eine mehrwöchige Tour zu ordnen (es sind 10,3 kg zeigt mir die Flughafenwaage), drängt es mich heftig Ihnen zu antworten oder besser noch Ihre Reisen mit den Schönen Künsten an- und aufzunehmen und in meinen Räumen unterzubringen.

Da steht wohlgeordnet ein Schachspiel und mahnt nicht gespielte Züge an.

Dame und König in hervorragenden Positionen beherrschen die Phalanx der schlichten Bauern. Die diagonalen Läufer korrespondieren in schönster Weise mit den elegant-dynamischen Springern. Die Türme, fast statisch, säumen das Feld, majestätisch im Wissen, um ihre beschränkte, gradlinige, rechtwinklige Machtfülle.

Die Dame – beweglich in alle Richtungen – zweifellos die Stärkste – in dieser militanten Formation – beeindruckt, betört und blendet durch Schönheit und Eleganz nicht nur den tumben König.

Ihm helfen seine Getreuen, retten und greifen an. Ein ‚kleiner’ gegnerischer Bauer vermag sie Dame zu entmachten.

Wagen wir einen Zug:

„Wie lautet euer Urteil?“ fragte der König ungefähr zum zehnten Mal.
„Nein, nein!“ sagte die Königin, „zuerst die Strafe, dann das Urteil!“
„Schluss mit em Gefasel!“ sagte Alice laut.
„Zuerst die Strafe, wo gibt’s denn so was!“
„Du hältst den Mund!“ sagte die Königin, krebsrot vor Zorn.
„Ich denke nicht daran“, sagte Alice.
„Kopf ab mit ihr!“ schrie die Königin aus Leibeskräften.
Niemand rührte sich.

In solidarischem Empfinden und - bei gleichen Stärken - ein REMIS nicht ausschließend, grüßt Sie in freundlichster Weise

Boris Meissner
 


 
 
ART ATTACKS
 
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29.  Brief an
Boris Meißner
22.Dez.07
21:44 Uhr
 
e i n e   s o z i a l k r i t i s c h e   K u n s t a k t i o n  
a u f   d e r   K ö n i g s a l l e e  
i n   D ü s s e l d o r f
 
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e i n   A k t i o n s k ü n s t l e r   i n   U n b e w e g u n g

Reichtum für wenige, Betrug und Geld.
 

 
 

 

Der Mensch ist mächtig, verantwortungslos und frei. Die Welt ist sein Spielplatz, die Zukunft in seiner Hand. Er ist der selbstbestimmte Selbstmanipulator. Er ist das Tier das lernt und durch lernen sich täglich neu erschafft. In der Gesamtschule und im Gulag. Durch Gehirnwäsche und Genetik.
 
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20. Brief an
BrindlArt
23.Dez.07
23:00 Uhr
 

Sehr geehrter, lieber Walter Ballhause

e i n e   s o z i a l k r i t i s c h e   K u n s t a k t i o n   a u f   d e r   K ö n i g s a l l e e   i n   D ü s s e l d o r f  e i n e   s o z i a l k r i t i s c h e   K u n s t a k t i o n   a u f   d e r   K ö n i g s a l l e e   i n   D ü s s e l d o r f  e i n e   s o z i a l k r i t i s c h e   K u n s t a k t i o n   a u f   d e r   K ö n i g s a l l e e   i n   D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D D

„Wie geht es Ihnen?“

So beginnen viele Gespräche zwischen Arzt und Patient…

Deshalb steht im Herzen jeder Ausgabe unseres neuen Magazins ein einfühlsamer Bericht über die Arbeit. Wie ungewöhnlich der Alltag vor Ort tatsächlich ist, haben unsere Reporter dieses mal in Ddorf erkundet.

Im 29. Brief an Boris Meißner finden wir Sie, Walter Ballhause, reinkarniert in BrindlArt, erstaunt beobachtet von vorzüglich weiblichen Bewohnern der Landeshauptstadt.

„Nehmen Sie Ihr Exemplar mit nach Hause. Und nehmen Sie sich Zeit“. 

meint Rainer Kötzle, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes und fährt fort auf Seite 6 und 7:

Aufklärung ist Pflicht, aber nicht Vorsorge

Gut abwägen: Der vorsorgliche Blick in den Darm ist wichtig, aber nicht ohne Risiko.

Seite 13:

Überblick: Vom Empfang aus sehen die Mitarbeiterinnen, wo ein Patient wartet. So wird niemand „vergessen“

Seite 49:

Der HausArzt wird auf völlig chlorfreiem Papier gedruckt.

In freudiger Erwartung auf ein baldiges Wort Ihrerseits

Ihr ergebenster* lieber Freund und Meißner

*inspiriert mich hier Kunsdwerkh Daniela ReinkeHauser

 
Der WEISSE MEDIZINMANN
eine Installation von Barbara Held und Boris Meißner

 
 
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30.  Brief an
Boris Meißner
Teil I
24.Dez.07
08:56 Uhr
 

Lieber Freund 

Wie Sie schon vor einiger Zeit erklärten, treten Sie bald eine längere Reise in ferne Gefilde an und obgleich mich dieser Gedanke trüblich stimmt, so hege ich doch die Hoffnung, mit Hilfe modernster Techniken, zuweilen Nachricht von Ihnen und Ihrem Befinden aus der Ferne zu erhalten. Und ich bedarf auch einer lebhaften Anregung von außen, von einer freundschaftlichen Hand.

So bleibt mir nur, Ihnen eine schöne Reise zu wünschen und gönne Ihnen aus tiefstem Herzen Ihre ersehnte Erholung.

Meine Frau empfiehlt sich Ihnen recht freundlich.
Lassen Sie mich bald hören, wie Sie sich befinden und wie sich Ihre Reise gestaltet.

Damit etwas von mir bei Ihnen sei, sende ich Ihnen meine neuesten Arbeiten auf Wänden.

W a n d g e d i c h t e  f ü r   B o r i s   M e i ß n e r

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Ich bin voller Erwartung

Aufrichtiger Freund und Verehrer
BrindlArt
 

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21. Brief an
BrindlArt
26.Dez.07
13:44 Uhr
 
Grosser BrindlArt und Kuenstler

Im Aeroplan: smarte schlanke Juenglinge servieren mit ausgesuchter Hoeflichkeit in Plastik verschweisste Nahrungsmittel.
Mit Plastikbestecken versucht der Reisende an die Inhalte zu gelangen, sie zu zerteilen und zu sich zu nehmen. Eine Geduld- und Mutprobe. Dazu werden bunte Getraenke in Plastikbecher gegossen.
Fuenf (5) Bildschirme zeigen gleichzeitig 5 identische Filme. Richard Gere -reduziert schauspielernd im Vertrauen auf seine weiblichen Fans- langweilt mit schweinefuss- und schweineohr-glattrasiertem Antlitz.
Eine Landkarte erscheint: DNEPROPETOWSK lese ich. Mein Gott wo sind wir?
11 km ueber der Erdoberflaeche, 934 km/h, minus 63 Grad Aussentemperatur.
Das Aeroplan folgt schnurgerade einer vorgegebenen Linie auf der eurasischen Karte. Holpernd, stotternd, eine unsichtbare Wellblechpiste befahrend.
plus 31 Grad Aussentemperatur.

LONG LIVE THE KING
Die Herberge: HOTEL ROYAL
Das Restaurant: SKY HIGH
Die STADT DER ENGEL verschlingt uns.

Ihnen ein Rueckblicken, ein Vorwaertsschauen,
ein Gruss von fernen Gestaden

Boris Meissner

 

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31.  Brief an
Boris Meißner
27.Dez.07
08:56 Uhr
 

Lieber Freund

Mit Vergnügen vernehme ich, dass es Ihnen gut geht.
Als mein, gewiss betrachte aus der Ferne.

Herrlich ist Ihre Beschreibung der Plastikwelt im Aeroplane! Ich konnte mir ein Schmunseln nicht verkneifen, während ich mir vorstelle, wie Sie so hoch oben in den Lüften, der Erdanziehung trotzend, die Plastiklage analysieren und mit bunten Getränkebechern jonglieren.

In der Heimat sind die Temperaturen etwas niedriger, jedoch erträglich:

ein frühmorgendlicher Nebelschleier
mit sanft seidiger Sinnlichkeit
umwebt die Konturen zu schmelzenden Schönheit
umzieht den Glanz der weichen Schwaden
im warmen Licht der aufgehenden Sonne
eine Spur ununterbrochener Leichtigkeit,
gespannter Harmonie,
vollendeter Ganzheit,
vollkommener Einheit,
idealer Vollkommenheit.
 

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22. Brief an
BrindlArt
28.Dez.07
12:44 Uhr
 
Ferner Freund'

hier begegnet mir GANESHA, der elephantenkoepfige Gotte der Schreiber und Beseitiger von Hindernissen und ich gedachte Ihrer!

Eine schlanke safrangelbe Kerze, entzuendet am Heiligen Ort, vertrieb die KUEI, die missguenstigen Daimonen. Und so halfen die wohlwollenden SHEN (und das TAT) die weitere Reise zu planen.

Wir verlassen zur Nacht die STADT DER ENGEL und fahren dem Aequator entgegen. Morgen schon werden wir die Kueste erreichen und das Meer mag uns erfrischen.

Wir: das ist meine Gefaehrtin, Frau H., langjaehrig dem BBK verbunden und mir von Herzen zugetan und eine Vielzahl freudnlicher Geister, die mich stets auf Reisen begleiten.

Gerne liesse ich Sie teilhaben am Genuss von geroestetenHeuschrecken, roetlich glaenzenden Maden und gelben Raupen. Delikatessen der heimischen Kueche mit hoechstem Naehrwert.

Elephant- und Tigerbeer in grossen Flaschen erinnern an das ferne Deutschland.

Im Fluss grossmaeulige, baertige Fische, die mit Brotresten gefuettert gierig den Kahn umkreisen. Nur widerwillig lassen sie sich berueheren.

Die Geister hingegen, die PHII (Mischwesen mit beschatteten Schamgliedern) werden mit Huehnchen, Reis und diversen Getraenken auf kleinen und grossen buntgeschmueckten Altaeren bewirtet. Buendel von Raeucherstaebchen tragen die gebete der Glaeubigen hinweg.

Hier wird kein Fleisch- und Blutopfer genossen. Hier sind die Goetter Gast.

Guter BrindlArt bedenken Sie die unvollstaendige Berichterstattung. Ahnungslos bewege ich mich auf fremden Territorien und nur splitterhaft beschreibt das Erlebte die scheinbare Realitaet.

Seien Sie gegruesst aus einer vergoldeten, verspiegelten Welt.

Ihr Boris Meissner

 

 
 
ART ATTACKS
 
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32.  Brief an
Boris Meißner
28.Dez.07
23:58 Uhr
 

Ein schönes Lebenszeichen

Erst heutzutage baut man in Wüsten, man ummauert die Städte der Unabhängigen, der tiefen Stille nichts Preis gegeben. Das ganze Erdenvolk hat eine Sprache. Aufbauen, Backsteine aus Lehm und brennen dies und das, ach wohl. Einerlei Volk, einerlei Sprache; Auf fahren wir nieder und verwirren die Sprache. Zerstoben von dort mit billigem Trieb. Die Geister der Ordnung waren vielleicht zu groß. Effizienz, Konzentration, im trüben Eifer. Das Wesen ersticht das Lebendige, das Lebende – Meinung stiften. Das Spiel des Überraschenden, das fantasievolle, ausschweifende Konstrukt, weggelassen wird dies und dasjenige, das nicht sachlich, Zweck bezogen war, kurz, das zwischenmenschliche, poetische. Mittel, Wege, perfekt, effizient.

Die Handlung, eine nervös brodelnde Mischung pulsierender Atmosphären, lustvoll im digitalen Salon, zu Spottpreisen und Zwangsquoten, solange der Vorrat reicht. Die Entdecker freuen sich des Lebens. Im Varietee die akrobatische Gruppe. „Herr Ober, zwei Kaffee inklusive Affären!" Wir sind immer eine Idee voraus, eingebettet in eine faszinierend theatrale Szenerie, betrachtet aus dem sicheren Nest.
 
 
 
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33.  Brief an
Boris Meißner
in Etappen

1. Etappe zur Erkenntnis
29.Dez.07
10:05 Uhr
 

1. Etappenbrief an Boris Meißner und die Ahnungslosen

Erst am nächsten Tag, stellen im Blutstrom flackernde Lampen gegen die Gesten horizontaler Gesichtszüge. Ein zusammenhaltloses Wirr-Warr von unzüchtigen Gedanken im Trichter der Innenwand überkreuzter Baumsäume. Ruhezonen im Glanzlicht ihrer Augen, unübersehbarer melodischer Wertigkeiten und unumstößlicher Tatsachen. Die eigentliche Katastrophe der entfärbten Stahltore waren das Heer der rauhbeinigen Webergesellen, in magisch stockenden Gassen, eingedenk der im Geiste verharrenden, obskuren, zwischenmenschlichen Wallung.

Ein kleiner Mann, mit dürftiger Erscheinung, dürrer Gestalt, knotigen Fingern und Quetschnase verschweigt erst im fortlaufenden Stadium einfach die Schönheit wirklich wahrer Offensichtlichkeit. Dunkle Residenzen, himmelsumspannende Allmacht im Irrsinn gebeugter Kreaturen. Was bleibt sind Geier auf hellhäutigen Bräuten, tatsächlich geschmacksweise ein Postulat lustlos dürftiger Hochachtung. Die Wurzeln magerer Dürre vollkommener Reibungsverluste im Anblick rührend tolerant. Man konstatiert dabei ein erstaunlich umtriebenes Ordnungsgefüge, zeitweise erdacht im Zwielicht der üblicherweise im hinteren Abschnitt des zunehmend enger werdenden Hausflurs, Seite an Seite, getreu seiner ihm eigenen Moralgeschichten, vertrauensselig und sprunghaft, sachlich, sachte und bezaubernd, allerdings immer. Dies bedient zuwillig das Schicksal der flauschigen Häscheltiere, normierten Affengestalten und einmaligen Gesetzestexten.

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23. Brief an
BrindlArt
31.Dez.07
04:42 Uhr
 
Geschaetzter Freund!
Dank fuer die Gedichte aus den frostigen ELKBA-Hallen.

Sklaventransporte sollten dem abendlaendischen Standards folgen. Menschenliebe inbegriffen.

Einer sanfte Form der Skalverei in europaeischen Haushalten moechte ich zustimmen und denke an die Fuersorge, die diesen "armen" Menschen gegeben werden sollte. Ob HARTZVIER-Unglueckliche hier aufgefangen werden koennten, sollte ueberdacht werden.

MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR inserieren auf gigantischen Tafeln himmelwaerts die globalen Hotelketten in HUA HIN. Eine Grossstadt suedlich der Metropole. Nur wenige Schriftzeichen sind lesbar fuer den Ahnungslosen Reisenden: SPOIL YOURSELF.

Der suedostasiatische Tourismus schwemmt Tausende an den feinen Sandstrand aus den neuen Megastaedten. SkandinavierInnen grillen am uebervollen beach. SHOPPEN und ...... erst scheint das GLUECKLICHSEIN zu realisieren.

Ankunft um Mitternacht mit einem Bus. Aus der Fahrerkabine quellen durch ein schmales Fensterchen einheimische Menschen und betrachten mit uns den ungeliebten VIDEOFILM aus Hollywood. Wie den Goettern werden auch uns zugedeckelte Plastikbecher mit Wasser gereicht. Decken gegen die klimatisierte Kaelte.. Zur Unterkunft im Tuktuk.

Das Fruehstueck mit asiatischen Sensationen. Auf dem Markt 1000 Gerichte. Was aufzuspiessen, einzufaedeln, aufzureihen geht, wird vollbracht und gegrillt, gesotten, gebraten, in Oel geschwenkt uns angeboten.

Nur 3 der 10 Tugenden, die uns leiten:

Geduld: KHANTI
Vermeidung von Fehlkern: AVIRODHANAM
Freundschaft und Menschlichkeit: MADDAVAM
LONG LIVE THE KING, der, frappierend, einem Signore Benedetti aus Rom aehnelt.
O mani padme hum.

OMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM
MMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM

Boris

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34.  Brief an
Boris Meißner
in Etappen

2. Etappe zur absoluten Erkenntnis
29.Dez.07
10:05 Uhr
 

 

2. Etappenbrief an Boris Meißner und die Ahnungslosen

Dabei geht es um kein Objekt im Sinne der kargen nachgesprochen Geschichte.
Der beiläufige Betrachter, die Einzelinformation im System der Gefüge, wird zu einem bedrohlich scheinenden Gesamtbild. Ein Stück grün schimmelndes, fauliges Brot und einige vertrocknete Tulpen spielen die Hauptrolle des feinfühlig inszenierten, verschatteten Debakels. Die lebensfremd erscheinenden Vorführungen gleichen den Grundprinzipien des reduzierten und doch klar definierten, bürgerlich-ästhetischen Geschmackssubjektivismus. Es zeigt sich in Umrissen eine ideologisch verstümmelte, typologisch erweiterte, aufgeklärte, jedoch methodisch korrekte Kontextfrage, im Gefolge der chronologischen Szenerie. Ein Zwischenruf aus den hinteren Reihen irritiert mich und auch andere. Eine stückweit normative Trivialerscheinung. Der entwickelte und bewusst eingesetzte Handlungsspielraum verdeutlicht und veranschaulicht die angegebenen interaktiven Kriterien.
Asphaltstraßen im Anblick größtmöglicher Künstlichkeit und Verschwenderkunst.

   
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35.  Brief an
Boris Meißner
01.01.2008

00:05 Uhr
 

 

Lieber und leider ferner Freund,

ich wünsche Ihnen in der Ferne und der in Ihrer Nähe befindlichen Gefährtin, Frau H., viel Glück zum neuen Jahre! Lassen Sie uns dieses zubringen, wie wir das vorige geendet haben, mit wechselseitiger Teilnahme an dem was wir lieben und treiben.

Wenn sich die Gleichgesinnten nicht anfassen, was soll aus der Gesellschaft und der Geselligkeit werden! Ich freue mich, in der Hoffnung, dass Einwirkung und Vertrauen sich zwischen uns immer mehr vermehren werden.

Ihr freundlich gesinnter Umtriebener
und Verehrer Ihrer Kunst
 

 
 
ART ATTACKS

von Swelmius

 
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24. Brief an
BrindlArt
02.Jan.08
10:42 Uhr
 
BrindlArt
HUA HIN
CHA-AM
PRACHUAP KHIRIKUAN
BAN CHANCHAY
WAT KHAO TAKIAB
PETCHRAWUT
WAT VEGA SANTI
DAHAMMAN
RAMA I - IX
THUNGBURI
CHAO PRAYA
CHIANG MAI
AYUTTHAYA
 

Boris Meissner

 
 
  Zeichnung von Barbara Held;

Titel: Boris sendet eine Mail an BrindlArt in HUA-HIN

2.1.08

 
   
  Ergänzung zum Brief Nr. 57 an die Ahnungslosen: (ohne Gewähr)

Hua Hin: die königliche Sommerresidenz am Golf von Siam
Cha-Am: Thailand - Der Geheimtipp für Ihren individuellen Thailand Urlaub im Thai-bamboo.
Prachuap Khiri Khan: Provinz in Thailand
BAN CHANCHAY: Bungalow und Hotel
WAT KHAO TAKIAB Tempel
RAMA I - IX Busabok (Denkmal) mit Symbol für Rama IX. (Der Oktogonale Thron, darüber ein Diskus mit Ziffer 9 unter sieben-fachem Staatsschirm) im Wat Phra Kaeo
Thonburi (Thai ธนบุรี) ist eine der 50 Khet (Bezirke) von Bangkok, der Hauptstadt von Thailand.
Der Chao Phraya (Thai: Maenam Chao Phraya, Thai: แม่น้ำเจ้าพระยา, Aussprache: ist neben Mekong und Saluen der größte und wichtigste Fluss Thailands (Südostasien).
Chiang Mai (auch Chiengmai oder Kiangmai, Thai: เชียงใหม่) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Nordthailand
AYUTTHAYA ist die ehemalige Hauptstadt von Siam (Thailand)
   
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36.  Brief an
Boris Meißner

3. Etappe zur absoluten Erkenntnis
02.01.2008

12:12 Uhr
 

3. Etappenbrief an Boris Meißner und die Ahnungslosen

Ich weiß von den schon vor Jahrhunderten entdeckten Interpretationen. Die alten Weisen in den verstreuten Gruppen waren mit bemerkenswerten Eigenschaften der Erfahrung menschlicher Existenz ausgestattet. Geschehnisse in einer vergleichsweisen modernen Gesellschaft sind Oasen von Prinzipien selbsterzeugter Bewusstseinsexistenzen. Das durch die einwertige Ewigkeit des Absoluten in der transhistorischen Zeit demokratisch geschaffenen Sicherheiten werden aufgehobene. Was uns beklemmt und bleibt, ist die Flucht in die Kunstiosität. Sie nimmt uns die inneren Beschwerden. Es ist das direkte Zurückreflektieren aus der objektiven Gegenstandswelt.

 

   
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37.  Brief an
Boris Meißner
02.01.2008

13:28 Uhr
 

Lieber Freund in der Ferne,

Sie versprachen vor Ihrer Abreise, so oft es Ihnen die Möglichkeit bietet, mir einen Bericht Ihrer Entdeckungen zukommen zu lassen und Sie halten Ihren Vorsatz mit freudiger Beständigkeit ein, sodass ich Ihre Stimmung, Ihre lebendigen Beschreibungen Ihrer Umgebungen in Gemeinschaft mit allen Ahnungslosen genießen kann. Es ist eine Quelle von Herzensnahrung und mein Verlangen nach Nachricht von Ihnen, nimmt zuweilen abnorm süchtige Züge an.

In Ihrer Heimat läuft alles in genormten Bahnen, soweit es aus meinem Blickwinkel ersichtlich ist. Will sagen, keine politische Veränderung in Aussicht, keine Kulturrevolution, das Wetter heute, als säugte man vom Nektar der göttlichen Zufriedenheit. Die Sonnenstrahlen spiegeln sich im glitzernden Tau und die klirrende Kälte ummantelt die bodennahen Schichten der Luft, sodass das himmlische Licht die Reinheit förmlich sichtbar zu machen scheint. Jeder Atemzug in der winterlich frisch freudigen Leichtigkeit wird zum rasenden Genuss.

Ich denke an Sie und an Ihre Gefährtin im stickigen feuchtwarmen Dunst der Tropen am Äquator und wünschte mir, Sie könnten nur einen Zug dieser herrlichen mitteleuropäischen Luft naschen.

Lassen Sie mich abwesend nicht ferne und in der Ferne abwesend sein!

Empfehlen Sie mich Ihrer Gefährtin. Mit Hochspannung erwarte ich ihre zeichnerischen Dokumentationen.

Ihr und Ihr BrindlArt 

 

   
  Möge mich Ihnen das folgende Gedicht ein wenig näher bringen

 z e i t l o s

 
 
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38.  Brief an
Boris Meißner

4. Etappe zur absoluten Erkenntnis
03.01.2008

06:28 Uhr
 

4. Etappenbrief an Boris Meißner und die Ahnungslosen

Zusammensetzung, Vorsichtsmaßnahmen, Warnhinweise der flüchtigen Gegenmaßnahmen, feinfühlige Vorzüge, freizügige Wertvorschriften, stimmungsvolle Einsichten. Ein perfektes Spiel!

Das Projekt zielt auf den befreiten, auf den selbstbestimmten eigenverantwortlichen Menschen. Intensive Hinwendungen, auftretende Reizerscheinung, Überempfindlichkeit, Erwartung zerstört. Kreuzmuster im reifen Weizenfeld, geometrische Formen, monumentalisiert.    Romantisch!    Paradebeispiele der Expansion, Durchsetzungsvermögen, Schlagkraft, weltoffener Gegenpol. Zugleich aber aufgefordert sich still zu verhalten. Inspiration, eine Erkenntnis, die jenseits kontrollierbarer Logik liegt, Stillstand im Prozess. Harter Gegenstand, paradoxerweise als horizontaler Vermittler zwischen den Polen einer Begrenzung. Die sozio-politischen Rahmenbedingung, vertikal projiziert. Bewegungsexzentrik, Gruppen und Einzelgänger! Korridore, Schlupfwinkel, dunkle Gassen, Residenzen, verschmutzt.

Ethik und Genetik, wahlberechtigt. Ein gewisses Risiko ist dabei ! Akzentuierung auf Eigenart, Eigenzeit für jedermann, perfekt inszeniert.

 

 
Zu den nachfolgenden Briefen an die Ahnungslosen 64ff
 
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ARiCHV                                                      

zum 01. -  22. Brief an die Ahnungslosen

zum 23. -  43. Brief an die Ahnungslosen

zum 64. -  79. Brief an die Ahnungslosen 

ab dem 80. Brief

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